Zelte, Tarps

Da ich einige Jahre draußen unterwegs war, auch mal drei Jahre am Stück, konnte ich Erfahrungen in der Natur sammeln. Übernachten unter freiem Himmel ist ein besonderes Erlebnis und sehr gesund. Man braucht nur wenige Mittel dafür, muss aber ein paar Regeln beachten.

nachthimmel zelt

Wildcampen

Um es gleich vorweg zu sagen: In Deutschland ist Wildcamping (wild campen, wildcampen) mit einem Zelt verboten. Du darfst jedoch draußen in der Natur überall übernachten, auch mit einem Tarp oder einer Plane gegen Regen. Das ist eine rechtliche Grauzone. Falls es zusätzliche regionale Vorschriften gibt, diese besser beachten. Gegen die Mücken brauchst du dann jedoch entweder ein Moskitonetz, das den gesamten Schlafbereich schützt oder einen Schutz für das Gesicht.

tarp wildcampen

Wildcampen mit einem Tarp ist erlaubt. Auch in Deutschland.

Feuer machen

Im Wald darf man kein Feuer machen. Es ist einfach zu gefährlich. Ich hatte mal ein Feuer mit Wasser und Sand gelöscht, aber es ist trotzdem durch einen Windstoß mitten in der Nacht wieder aufgeflammt und es war taghell vor dem Zelt. Ich befand mich zwar auf freiem Feld, aber es war trotzdem beängstigend.

Mücken!

Ich habe mal in Schweden nur mit Schlafsack draußen übernachtet, obwohl ich ein Zelt für eine Nacht dort hätte aufstellen dürfen, aber ich hatte keines dabei. Da es dort von riesigen Mücken nur so wimmelte, versuchte ich mein Gesicht mit einem Halstuch zu schützen. Da das Tuch jedoch an der Nase spannte, stachen die Mücken genau dort rein. Als Folge sah ich am nächsten Morgen aus wie ein Clown. Meine Nase war dick und rot angeschwollen und juckte wie blöd.

Moskitonetz

Ein Moskitonetz ist fast überall notwendig, außer vielleicht am Meer, wo immer ein Wind weht. Es gibt ganz kleine, leichte für das Gesicht. Diese sind aber eher zum Rumlaufen mit einem Cappy (Schirmmütze) gedacht und nicht zum Schlafen, außer man schläft im Sitzen. Ansonsten braucht man ein großes Moskitonetz, das den gesamten Schlafsack umschließt. Es gibt auch Hängematten mit integriertem Moskionetz.

tarp moskitonetz

Mücken: die Plagegeister sind fast das ganze Jahr über aktiv und nerven

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Tarp, Poncho, Regenplane

Ich hatte als Tarp immer einen wasserdichten Regenponcho dabei. Er schützt dich und deinen Rucksack vor Regen, wenn er groß genug ist. Mit ihm machte auch stundenlanges Wandern Freude, da er gut belüftet ist und sich kein Kondenswasser bildet. Auch als Notzelt habe ich ihn verwendet. Man muss natürlich auf die Windrichtung achten, damit einem der Regen nicht ins Gesicht fliegt, wenn man ihn schräg stellt.

Man spart natürlich sehr viel Gewicht, wenn man anstatt eines Zeltes nur ein Tarp oder sogar einen leichten aber wasserfesten Regenponcho mitnimmt, den man als Tarp aufspannen kann. Rechtlich ist man auf der sicheren Seite.

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Reingefallen (Zelt im Wald)

Ich habe mal eine Wochenendtour gemacht, bin auf einen Berg gestiegen, fand die Aussicht grandios und wollte mein kleines Zelt für die Nacht aufschlagen. Ich fragte sogar noch einige Waldarbeiter, die in der Nähe am arbeiten waren, ob das ok sei. Sie meinten, das sei kein Problem. Am nächsten Morgen um 9 Uhr standen zwei durchnässte Polizisten vor meinem Zelt (es war sehr neblig und feucht) und forderten mich verärgert auf, das Zelt abzubauen. Ich ließ mich nicht hetzen und machte sogar noch ein Erinnerungsfoto - Polizist posiert vor Zelt.

Aber zunächst mal interessierte mich, wie sie mich überhaupt gefunden hätten. Die "freundlichen" Waldarbeiter hatten nichts eiligeres zu tun gehabt, als es ihrem Förster zu petzen und der rief die Polizei an. Das war eine ganz linke Aktion, aber da die Polizei keinen Bock auf diesen Förster hatte, wurde das Verfahren bald eingestellt. Das waren mal nette Polizisten und heimtückische Waldarbeiter. Ich schickte später das Foto an die Wache, über das sie sich freuten.

Welches Zelt?

Wenn man nun aber doch ein richtiges Zelt haben möchte, so wird man mit einem riesigen Angebot konfrontiert, aber für mich gibt es da ganz klare Entscheidungskriterien. Allerdings schlafe ich meist alleine im Zelt.

Video

In dem Video zeige ich zwei Tunnelzelte, die unterschiedlich aufgebaut werden. Das eine hat ein Außengestänge, Innen- und Außenzelt sind verbunden (Doublepitching, skandinavische Methode). Das andere hat ein Innengestänge. Das Innenzelt wird zuerst aufgebaut und das Außenzelt drübergespannt.

Bei Zelten beachten:

  • Das Gewicht sollte zum Wandern nicht mehr als 2kg betragen.
  • Es sollte ein Alugestänge haben, kein Fiberglasgestänge (bricht schnell und ist schwer).
  • Es sollte ein möglichst kleines Packmaß haben.
  • Das Zelt-Material muss robust und wasserdicht sein. Mindestens 3000 mm Wassersäule. Möglichst UV resistent.
  • Ober- und Unterzelt sollten möglichst verbunden sein (Doublepitching) und beim Aufbau gleichzeitig aufgestellt werden können. Vorteil bei Regen.
  • Die Apsis des Zeltes (Vorraum) sollte groß genug sein, um kochen zu können, Schuhe abzustellen etc.
  • Die Belüftung muss gut sein. Deshalb scheiden die allermeisten einwandigen Zelte aus. Kondenswasser!

Mein Lieblingszelt ist von Vaude, das "Power Ferrit". Es ist mit über 3kg zum Wandern etwas zu schwer, aber für Motorradtouren u.s.w. ideal. Das Tunnelzelt bietet viel Platz, eine super gute Belüftung und Raum zum Kochen. Es ist bis über 100 km/h sturmfest. Auf dem Bild bin ich auf einer Frankreich-Tour mit meiner Honda SH125i (2009).

vaude zelt

So ähnlich ► Tunnelzelt von Jack Wolfskin, auch mit Quereinstieg, ca. 160 Euro 2kg (Amazon)

mini zelt

Dieses 2kg Tunnel-Zelt habe ich viele Jahre gerne benutzt. Es hat einen Mistral mit 150 km/h überstanden und war stets zuverlässig. Leider musste man erst das Innenzelt aufbauen und dann das Außenzelt drüber werfen. Auf dem Bild bin ich auf dem Zeltplatz in Lyon (Frankreich) auf dem Weg nach Barcelona (2004).

So ähnlich ► Mini Zelt von Jack Wolfskin ca. 150 Euro 1800 Gramm

Biwakzelt

Ich habe auch mal ein Biwakzelt probiert, das aus einer Art Goretex Material besteht und sowohl wasserdicht, als auch atmungsaktiv ist. Die Kondenswasserbildung war bei diesem nur minimal aber der Komfort auch... Die Belüftung ist sehr gut und es gibt guten Moskitoschutz. Obwohl ich enge Räume nicht mag, hatte ich bei diesem Biwakzelt kein Problem, da über dem Kopf genug Platz ist. Der Vorteil ist sein geringes Gewicht, das kleine Packmaß und, dass man fast unsichtbar wird. Es wird ursprünglich von Scharfschützen genutzt. Ich sehe es allerdings nur als Notzelt.

Dieses Bivi Tent 1,3 kg ca. 130 Euro bei Amazon

Es ist kein Tarp und deshalb zum Wildcampen offiziell in Deutschland nicht geeignet. Allerdings wird es wahrscheinlich auch keiner finden. Außer mit einem Spürhund...

Fazit

Ich habe am liebsten in der freien Natur ganz ohne etwas zwischen mir und dem Nachthimmel verbracht. Das geht aber nur, wenn das Wetter gut ist und keine störenden Insekten oder andere Tiere in der Nähe sind. Also eher selten. Wenn ich nur wenig Volumen und Gewicht dabei haben wollte, weil ich es beim Wandern tragen musste, habe ich nur einen Regenponcho mitgenommen, der sowohl Regenschutz für mich und den Rucksack bot, als auch als Tarp wie ein Zelt funktionierte.

Entweder stellt man ihn mit zwei Ästen/Wanderstöcken schräg auf oder man befestigt ihn mit Schnüren zwischen zwei Bäumen. Die Belüftung ist optimal. Vor Mücken muss man sich dann noch mit einem Moskitonetz schützen, das ich ganz oben verlinkt habe. Es gibt sie unterschiedlich groß und unterschiedlich gut.

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